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#33: PYC-001, Hoffnung am Horizont für die Behandlung von ADOA

Ein einzelsträngiges RNA-Molekül

Im Rahmen unseres ADOA-Tages am Samstag, dem 1. November 2025, präsentierte Aishwarya Kundu, leitende Direktorin für translationale Forschung, die neuesten PYC-Ergebnisse. Sie können diese in dieser Ausgabe von „Der Weg zur Behandlung“ nachlesen.

Ein kurzer Leitfaden für Patienten und Angehörige

ADOA, die autosomal-dominante Optikusatrophie, wird durch einen Defekt im OPA1-Gen verursacht. Dadurch produziert der Körper zu wenig von einem wichtigen Protein namens OPA1.

OPA1 sorgt dafür, dass die Mitochondrien – die Energiekraftwerke der Zellen – weiterhin einwandfrei funktionieren. Bei einem Mangel an Mitochondrien beginnen die Zellen des Sehnervs zu degenerieren, was zu einem allmählichen Sehverlust führt.

Derzeit gibt es keine Behandlung, die diesen Prozess verlangsamen oder stoppen kann. PYC Therapeutics entwickelt jedoch einen neuen Ansatz: PYC-001, eine RNA-basierte Therapie, die den OPA1-Proteinspiegel genau dort erhöhen soll, wo er am dringendsten benötigt wird.

Wie funktioniert PYC-001?

PYC-001 verändert die DNA nicht dauerhaft. Stattdessen unterstützt es den Körper dabei, mehr OPA1-Protein zu produzieren, unabhängig davon, welche OPA1-Mutation vorliegt. Dies ist wichtig, da ADOA durch viele verschiedene genetische Veränderungen verursacht werden kann.

Im Gegensatz zu manchen Gentherapien wird PYC-001 durch eine einfache Injektion ins Auge verabreicht. Dieses Verfahren wird bereits häufig bei anderen Augenerkrankungen angewendet.

PYC-001 verwendet ein spezielles Trägerprotein, das das RNA-Medikament direkt zu den Zellen des Sehnervs transportiert, die bei ADOA am stärksten betroffen sind.

Was wissen wir bisher?

Frühe Labortests mit Zellen von ADOA-Patienten zeigten, dass die Behandlung mit PYC-001 das mitochondriale Problem beheben kann. Die mitochondriale Funktion verbesserte sich aufgrund einer Erhöhung der Menge an OPA1-Protein.

Um zu bestätigen, dass PYC-001 tatsächlich den OPA1-Proteinspiegel erhöhen kann, wurden Folgeuntersuchungen an gesunden Tieren durchgeführt – ein entscheidender Schritt, um die Wirksamkeit des Medikaments im lebenden Organismus nachzuweisen. Basierend auf diesen Ergebnissen initiierte PYC die erste Humanstudie in Australien mit dem Namen SUNDEW. In dieser Studie wurde die Sicherheit einer einmaligen Injektion von PYC-001 in drei Dosierungen – niedrig, mittel und hoch – getestet.

Die Ergebnisse zeigten, dass PYC-001 bei allen neun Studienteilnehmern und in allen getesteten Dosierungen sicher und gut verträglich war. Darüber hinaus gab es vielversprechende erste Hinweise darauf, dass PYC-001 die Sehschärfe und die Fähigkeit, schwache oder kontrastarme Bilder zu erkennen, verbesserte – genau die Art von Sehvermögen, die Menschen im Alltag benötigen, und nicht nur das, was auf einer hell erleuchteten Sehtafel in der Augenarztpraxis gemessen wird.

Nächste Schritte

Aufgrund der Sicherheit und der ersten positiven Ergebnisse der SUNDEW-Studie hat PYC eine globale Multicenter-Studie mit dem Namen MYRTLE initiiert. In dieser Studie werden die Sicherheit und Wirksamkeit von Mehrfachinjektionen von PYC-001 im Abstand von zwei oder drei Monaten untersucht.

Ziel ist es, zu zeigen, dass wiederholte Behandlungen über ein Jahr hinweg bei allen teilnehmenden Patienten die gleichen oder sogar bessere Sehverbesserungen erzielen können.

Warum ist das wichtig?

PYC-001 befindet sich noch in einem frühen Forschungsstadium, stellt aber einen bedeutenden Fortschritt dar. Erstmals entwickeln Wissenschaftler Therapien, die die Ursache von ADOA angehen.

RNA-Therapien wie diese bieten die Möglichkeit, die normale Zellfunktion wiederherzustellen, ohne das genetische Material dauerhaft zu verändern. Mit fortschreitender Forschung erfahren wir immer mehr darüber, wie ADOA entsteht und wie wir sie bekämpfen können.

Ein Grund für vorsichtige Hoffnung

Es bleibt noch viel zu tun, und klinische Studien müssen sowohl die Sicherheit als auch den tatsächlichen Nutzen nachweisen. Doch jeder Fortschritt bringt uns dem Verständnis von ADOA näher – und hoffentlich eines Tages auch der Behandlung.

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