Letzten Monat trafen wir uns mit den Professoren Jeffrey Goldberg und Joyce Liao von der Stanford University. Die Entwicklung von Therapien für die autosomal-dominante Optikusatrophie (ADOA) hat eine neue, ambitionierte Phase erreicht. In diesem ausführlichen Gespräch erörterten wir die wichtigen Schritte, die in Stanford zur Bekämpfung von ADOA unternommen werden. Diese Arbeit wurde unter anderem durch das engagierte Wirken der Professoren ermöglicht. finanzielle Unterstützung durch die Cure ADOA Foundation, konzentriert sich auf die aktive Entwicklung von Mitteln, um Sehverlust zu stoppen und letztendlich umzukehren.
Die aktuellen Bemühungen konzentrieren sich auf eine Zwei-Säulen-Strategie, nämlich:
- die Erhaltung des verbleibenden Sehvermögens;
- Entwicklung von Technologien zur Wiederherstellung des Sehvermögens.
Verbleibende Sichtbarkeit beibehalten
Der erste Schwerpunkt liegt auf dem Schutz des Sehnervs vor dem „zellulären Stress“, der häufig zu Sehverlust führt. Das Labor von Joyce Liao testet derzeit vielversprechende Substanzen, die als Schutzschild für die lebenswichtigen Zellen des Auges wirken, insbesondere durch die Verwendung von Nicotinamid (einer Form von Vitamin B3).
Durch die Verbesserung der Umgebung des Sehnervs hoffen Forscher, eine stabile Grundlage zu schaffen, die weiteren Schäden vorbeugt und es Patienten ermöglicht, ihr Sehvermögen so lange wie möglich zu erhalten. Sie haben außerdem neue Methoden entwickelt, um den Zustand des Sehnervs lange vor einem tatsächlichen Sehverlust zu messen.
Technologie zur Wiederherstellung des Sehvermögens
Die zweite und vielleicht wichtigste Säule betrifft die Regenerationsforschung. Während die Medizin lange damit gerungen hat, wie beschädigte Nervenzellen ersetzt werden können, hat Goldbergs Labor einen bedeutenden Meilenstein bei der gezielten Förderung des Wachstums neuer Zellen erreicht.
Die Herausforderung bestand nie einfach darin, neue Zellen zu „produzieren“, sondern sicherzustellen, dass sie wussten, wohin sie wandern sollten. Dem Team ist eine bahnbrechende Methode gelungen, die diesen Zellen hilft, gezielt und in die richtige Richtung – zum Gehirn hin – zu wachsen. Dieses „Leitsystem“ ist ein entscheidendes, bisher fehlendes Puzzleteil und bringt das Ziel einer funktionellen Wiederherstellung des Sehvermögens deutlich näher.
Hoffnungsvolle Zukunft für die ADOA-Behandlung
Wir werden in den kommenden Jahren voraussichtlich weitere Fortschritte sowohl bei Schutztherapien als auch bei der Regeneration des Sehnervs erleben. Obwohl der wissenschaftliche Prozess Zeit und gründliche Tests erfordert, lassen die aktuellen Entwicklungen darauf schließen, dass wir in den nächsten fünf bis zehn Jahren große Fortschritte bei der Verlangsamung und Heilung der ADOA erzielen können; der Weg zu einer Behandlung wird sich dadurch deutlich verkürzen.