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Rubia Ernest möchte Ernährung und Hormone in der Augenpflege in den Vordergrund rücken

Porträt von Rubia Ernest

Rubia Ernest arbeitet seit über siebzehn Jahren als Optikerin. Aufgrund gesundheitlicher Probleme begann sie, sich mit Ernährung zu beschäftigen. Ihr langjähriges Wissen möchte sie mit möglichst vielen Menschen teilen. Deshalb ist sie neben ihrer Arbeit im Krankenhaus mittlerweile selbstständig und berät Menschen zu Hormonen, Ernährung und Lebensstil.

Rubia entdeckte, dass ihre eigenen Beschwerden (Haarausfall und Hautprobleme) mit ihrem Darm und einem Fettsäuremangel zusammenhingen. Sie ließ einen Bluttest durchführen, der ihr Fettsäureprofil abbildete. Das erwies sich als Wendepunkt. „Von diesem Moment an knüpfte ich Kontakte zu Menschen, die sich mit Ernährung und Hormonen beschäftigten. Das fand ich so interessant, dass ich selbst eine Ausbildung zum Hormoncoach begann.“

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Anfang des Jahres hat sich Rubia bei der Handelskammer angemeldet. „Mir schwirrten im letzten Jahr alle möglichen Ideen im Kopf herum“, sagt sie. „Jetzt wird mir immer klarer, in welche Richtung ich gehen möchte.“ Sie arbeitet an einem E-Book, in dem sie ihr Wissen über einen gesunden Lebensstil und Augengesundheit teilen möchte. Und vielleicht auch ein paar Rezepte. Außerdem möchte sie eine Schulungsplattform einrichten, mit einem speziellen Bereich für Augenheilkunde. „Ich kann mir gut vorstellen, in Zukunft weitere Vorträge zu halten. Es gibt so viel zu erzählen.“

Laut Rubia ist eine gute Ernährung die Grundlage für alles. „Nahrungsergänzungsmittel können hilfreich sein, wenn man einen bestimmten Nährstoff nicht ausreichend über die Nahrung aufnehmen kann. Ich bin aber dafür, die Ernährung immer als Ausgangspunkt zu betrachten und Nahrungsergänzungsmittel nur einzunehmen, wenn es unbedingt nötig ist.“ Sie empfiehlt eine entzündungshemmende Ernährung: viel Gemüse, gesunde Fette wie hochwertige Omega-3-Fettsäuren (am besten mit Antioxidantien) und möglichst wenig schnelle Kohlenhydrate, wie sie in weißen Nudeln, Reis oder Brot vorkommen. „Besser sind langsame Kohlenhydrate, wie sie in Gemüse vorkommen. Sie unterstützen den Darm.“

Gemüse über den Tag verteilen

Menschen mit ADOA (plus) wird empfohlen, sich nach den Richtlinien des Ernährungszentrums zu ernähren. Rubia empfindet diese Richtlinien jedoch in mancher Hinsicht als etwas restriktiv. „Warum sollte man zum Abendessen nur Gemüse essen? Ich verteile es lieber über den Tag und lege weniger Wert auf Brot.“ Sie betont auch, dass der Bedarf unterschiedlich sein kann. „Was für den einen funktioniert, muss für den anderen nicht unbedingt richtig sein. Frauen über 45 brauchen beispielsweise möglicherweise mehr Protein. Das betrachte ich immer sehr persönlich.“

Während ihrer Ausbildung zur Optometrie lernte Rubia nichts über die Rolle von Fettsäuren und die Funktionsweise der Mitochondrien, der Energiefabriken unserer Zellen. In den letzten Jahren hat sie sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt. „Wir wissen mittlerweile viel darüber“, erklärt sie. „Die Optimierung der Zellmembran und die Reduzierung von oxidativem Stress und Entzündungen können erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Sie regen die Produktion neuer Mitochondrien an und helfen dem Körper, beschädigte Mitochondrien zu beseitigen. Viele chronische Erkrankungen hängen mit Störungen dieser Prozesse und leichten Entzündungen zusammen. Letztere sind für den Körper wirklich verheerend. Wenn man das angeht, kann man möglicherweise auch bei Augenerkrankungen etwas bewirken. Ich arbeite derzeit daran, alle möglichen Puzzleteile zusammenzufügen. Meine Leidenschaft gilt nach wie vor der Augenheilkunde. Aber ich möchte Menschen auch auf andere Weise helfen, aus einer breiteren Perspektive auf die Gesundheit.“

Bewusstsein

Obwohl Ernährung in der Augenheilkunde bisher wenig Beachtung findet, sieht Rubia hier Chancen. „In der Diabetesbehandlung werden Ernährung und Lebensstil in der Praxis viel häufiger besprochen. Aber auch beim Glaukom haben einige Studien bereits Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krankheitsverlauf festgestellt. Darauf möchte ich aufmerksam machen.“

Neben der Ernährung spielen auch andere Lebensstilfaktoren eine Rolle für den Hormonhaushalt. „Menschen mit Augenerkrankungen neigen oft dazu, eine Sonnenbrille zu tragen“, sagt Rubia. „Gerade morgens ist es aber wichtig, natürliches Licht auf die Netzhaut fallen zu lassen. Das reguliert den Tag-Nacht-Rhythmus und unterstützt den Hormonhaushalt.“ Gleichzeitig warnt sie vor übermäßiger UV-Bestrahlung. „Sie kann oxidativen Stress verursachen. Gerade bei Menschen mit empfindlichen Augen möchte man den Abbau der Netzhautzellen so lange wie möglich hinauszögern.“

Kette

Viele Menschen seien sich nicht bewusst, wie sich Lebensmittel auf den Körper auswirken, sagt Rubia. „Fettsäuren beispielsweise durchlaufen mehrere Schritte im Körper. Am Ende dieses Prozesses können sie Entzündungen auslösen oder abbauen. Entzündungsprozesse haben eine Funktion an sich. Doch heutzutage essen wir viele hochverarbeitete Produkte. Das stört die gesamte Kette. Früher waren Lebensmittel viel reiner und weniger verarbeitet. Heute ist es schwieriger, ein Gleichgewicht zu halten.“ Auch der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft spiele eine Rolle, so Rubia, ebenso wie die Tatsache, dass Gemüse aufgrund der Bodenerosion heutzutage oft weniger Mineralien enthält. All diese Faktoren zusammen wirken sich auf unsere Gesundheit aus. „Wir nehmen von manchen Stoffen zu viel zu uns und von dem, was wir wirklich brauchen, zu wenig. Omega-3 ist ein gutes Beispiel. Es kann all diese Prozesse im Körper unterstützen, aber fast niemand bekommt genug davon über die Nahrung. Es sei denn, man isst täglich fetten Wildfisch, aber das tun nur wenige.“

Lifestyle-Schreibtisch

In ihrer Arbeit als Optometristin bleibt in den Sprechstunden wenig Zeit, über Ernährung oder Lebensstil zu sprechen. „Ich möchte aber etwas dagegen tun. Vielleicht könnte ich eine Lifestyle-Sprechstunde oder eine Sprechstunde im Krankenhaus einrichten. Für alle, die selbst oder in ihrer Familie mit erblich bedingten Augenerkrankungen zu kämpfen haben. Wenn man Kindern von klein auf das gibt, was ihr Körper wirklich braucht, was könnte das für die Zukunft ihrer Augen bedeuten?“ Sie zögert. „Das kann ich bei ADOA noch nicht beantworten, über den Krankheitsverlauf ist noch zu wenig bekannt. Ich glaube aber, dass Ernährung und Lebensstil den Verlauf beeinflussen können. Bei ADOA gibt es dafür aber noch keine wissenschaftlichen Belege.“

Auch Rubia ist sich bewusst, welchen Einfluss Ernährung auf ihr eigenes Leben hat. „Natürlich habe ich auch mal Schwächen“, sagt sie ehrlich. „Aber ich esse so wenig verarbeitete Lebensmittel wie möglich. Wenn ich mir doch mal einen Energieriegel kaufe, schaue ich mir die Zutaten kritisch an.“ Dabei folgt sie der 80-20-Regel: XNUMX Prozent der Zeit ernährt sie sich bewusst und nährstoffreich, XNUMX Prozent der Zeit darf es etwas entspannter sein. „Ein Cupcake zum Geburtstag ist völlig okay. Aber ich werde immer wählerischer. Viele Lebensmittel enthalten viel zugesetzten Zucker und sollen zum Weiteressen verleiten. Genau das möchte ich vermeiden.“ Deshalb backt sie ihre Energieriegel selbst, mit Nüssen, Kernen und Datteln. „Sie sind natürlich süß und ballaststoffreich. So bleibe ich voller Energie, ohne meinen Körper aus dem Gleichgewicht zu bringen.“

Pilot

Rubia hat kürzlich ein Pilotprogramm mit Lowie van Eck gestartet, der an ADOA leidet und leidenschaftlicher Läufer ist. „Ich habe ihn auf Instagram in einer Gruppe für Optiker kennengelernt. Seine Energie und sein Durchhaltevermögen haben mich sofort beeindruckt“, sagt Rubia. „Ich habe ihn angesprochen und gefragt, ob er sich mit der Wirkung der Ernährung auskennt. Für ihn war das noch recht neu, aber nachdem ich es ihm erklärt hatte, fand er es wichtig, darin zu investieren.“

Gemeinsam untersuchten sie Lowies Fettsäuren durch eine Blutuntersuchung. „Das ist eine wichtige Grundlage. Der Körper sollte entzündungshemmend wirken, besonders wenn man viel Sport treibt. Sport ist zwar gesund, kann aber auch Entzündungen auslösen. Lowie nimmt derzeit ein Omega-3-Präparat ein. Wir untersuchen außerdem gemeinsam, welche Vitamine und Mineralstoffe für seine Augen wichtig sind und wie Lowie seine Ernährung entsprechend anpassen kann. Die roten Blutkörperchen erneuern sich alle XNUMX Tage. Wir planen daher in vier Monaten eine erneute Messung. So können wir wirklich sehen, welche Auswirkungen Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel auf ihn haben.“

Möchten Sie mehr über Hormone, Ernährung und Lebensstil lesen? Rubia hat eine Blog-Seite auf ihrer Website.

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