In Möglichkeiten denken
Gabriëlle, die Sekretärin unserer Stiftung, hat trotz ihrer Sehschwäche nach langer Zeit wieder mit dem Skifahren begonnen.
Mit etwa 22 Jahren bin ich zum ersten Mal Ski gefahren. Ein Urlaub mitten in der Natur und gleichzeitig aktiv sein... Ich war sofort begeistert! Es folgten weitere Jahre, in denen ich Wintersport betrieben habe. Nehmen Sie jedes Jahr Unterricht und genießen Sie das Skifahren und natürlich das Après-Ski, denn das gehört natürlich auch dazu.
Als die Kinder klein waren, haben wir beschlossen, vorübergehend mit dem Skifahren aufzuhören, da es mit kleinen Kindern ohne Babysitter schwierig und auch teuer gewesen wäre. Jetzt, 12,5 Jahre später, verspürte ich den Drang, wieder mit dem Wintersport anzufangen. Unsere Kinder sind mittlerweile elf und neun Jahre alt und können gemeinsam einen Skikurs besuchen. Dennoch waren wir noch unsicher, ob wir gehen sollten, da sich meine Sehkraft seit Beginn des Skifahrens deutlich von 60 % auf 15–20 % verschlechtert hatte. Schließlich haben wir die Entscheidung getroffen und beschlossen, trotzdem zu gehen.
Und kaum gesagt, getan. Wir fuhren nach St. Johann in Tirol, einem wunderschönen Ort mit wunderschönen blauen Pisten und nicht zu viel los. Die Kinder gingen 2 Tage lang zum Unterricht und wir fuhren am ersten Tag ohne Unterricht mit der Gondel hinauf. Ich wollte es nicht zeigen, aber es war ziemlich aufregend. Es ging eigentlich ganz gut, allerdings habe ich gemerkt, dass die Abfahrt bei schlechter Sicht schwierig war. Am zweiten Tag waren wir wieder am Berg und ich hatte Tränen in den Augen. Wir haben uns entschieden, im Anschluss zwei Tage Unterricht zu nehmen, da es für jedes Problem eine Lösung gibt.
Wir erzählten unserer Skilehrerin, dass meine Sehkraft schlecht sei und sie riet uns, eine Weste zu kaufen und darauf BLIND zu schreiben. Sie und mein Mann trugen auch Westen. Anfangs fühlte es sich nervig an, so sehr aufzufallen, aber der Gedanke ans Skifahren war größer als der Gedanke an die auffällige Weste. Ich war froh, dass wir es gemacht haben, denn es war so viel schöner, den Berg hinunterzugehen und jemandem zu folgen, wenn die Sehkraft schlecht ist. Die Skilehrerin gab mit ihrem Stock Anweisungen, während sie eine Kurve fuhr, was übertrieben war und für andere Leute auffiel, für mich aber sehr hilfreich war.
Sie sehen also, dass man tatsächlich viel erreichen kann, wenn man sich nur darauf konzentriert und nach einer Lösung sucht. Wir haben diesen Urlaub genossen und werden nächstes Jahr wiederkommen