Der Weg zur Behandlung 11
Bei einigen Patienten ist ADOA deutlich ausgeprägt und ein großer Teil der Sehnervenzellen ist bereits abgestorben. Dies führt zu einem Sehvermögen von 5-10 %. Glücklicherweise versuchen Forscher herauszufinden, ob es möglich ist, Patienten mit erheblichem Verlust von Sehnervenzellen zu helfen. Einer der führenden Forscher auf diesem Gebiet, Thomas V. Johnson, veröffentlichte kürzlich einen Artikel in der Opthalomolgy Times (lesen), in dem er aktuelle Entwicklungen und Perspektiven erläutert. Peter Makai hat eine Zusammenfassung davon gemacht.
Regeneration
In dem Artikel geht es darum, wie Ärzte versuchen, Wege zu finden, um Menschen zu helfen, die an Optikusneuropathien wie ADOA leiden, die zum Verlust ihrer Sehkraft führen. Derzeit gibt es keine Behandlungen für diese Erkrankung, aber Wissenschaftler untersuchen einen speziellen Ansatz namens regenerative Medizin, um herauszufinden, ob er Patienten in Zukunft helfen könnte.
Optikusneuropathien schädigen den Sehnerv, insbesondere die retinalen Ganglienzellen (RGCs). RGCs sind wichtig für das Sehvermögen, können sich jedoch nicht wie andere Zellen in unserem Körper selbst reparieren.
Wissenschaftler haben jedoch einen Weg entdeckt, mithilfe von Stammzellen neue RGCs zu erzeugen. Diese Stammzellen werden aus der Haut, dem Blut oder sogar dem Urin einer Person entnommen und dann in einem Labor in RGCs umgewandelt. Die Idee besteht darin, diese neuen RGCs in die Augen von Menschen mit Optikusneuropathie zu bringen und ihr Sehvermögen wiederherzustellen.
Aber es gibt noch zwei größere Herausforderungen zu meistern. RGCs sind komplexe Zellen, die sich vorne mit der Netzhaut verbinden müssen, um visuelle Informationen zu empfangen, und hinten, um diese Informationen an das Gehirn weiterzuleiten.
Die erste Herausforderung besteht darin, eine Verbindung zur Netzhaut herzustellen. Zwischen der Netzhaut und dem feuchten Raum hinter der Netzhaut (Glaskörperraum) besteht eine Barriere, die sogenannte Membrana limitans interna. Wenn diese Membran entfernt wird, können die neuen RGCs ihren Platz in der Netzhaut finden und eine Verbindung eingehen. Bei anderen Augenerkrankungen wird diese Membran regelmäßig entfernt, und Ärzte haben damit Erfahrung.
Die zweite Herausforderung besteht darin, sicherzustellen, dass die neuen RGCs sogenannte Axone bilden und ihren Weg zu den richtigen Teilen des Auges und Gehirns finden können. Dies geschieht nicht automatisch. Wissenschaftler untersuchen, wie dies auf natürliche Weise bei Tieren geschieht, und versuchen Wege zu finden, dies auch beim Menschen zu erreichen. Es wurde eine Reihe von Molekülen entdeckt, die das richtige Wachstum der Axone unterstützen können.
Angesichts der Komplexität der Aufgabe ist die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern mit unterschiedlichen Fachgebieten von entscheidender Bedeutung. Das RGC Repopulation, Stem Cell Transplantation and Optic Nerve Regeneration Consortium wurde gegründet, um Forscher aus der Augenheilkunde und den Neurowissenschaften aus der ganzen Welt zusammenzubringen. Durch die Zusammenarbeit und den Wissensaustausch hoffen sie, die Herausforderungen zu meistern und das Feld in Richtung klinischer Studien voranzutreiben. Die Hoffnung ist, dass sie neue Behandlungen entwickeln können, die wirken und Menschen mit Optikusneuropathie dabei helfen, wieder sehen zu können.
Auch wenn noch viel zu tun bleibt, geben Fortschritte in der regenerativen Medizin und die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern Hoffnung, dass wir eines Tages das Sehvermögen von Menschen mit Optikusneuropathie wie ADOA wiederherstellen können.