Was sieht mein Schüler und was nicht? Sind Anpassungen im Unterricht erforderlich? Finden meine Klassenkameraden meine Hilfsmittel nicht seltsam?
Wird mein Sohn nicht eher gemobbt, weil er sehbehindert ist? Kann meine Tochter am Turnen teilnehmen?
Das sind Fragen, die mir in meiner täglichen Arbeit regelmäßig gestellt werden. Mein Name ist Henk Benjamins, ambulanter pädagogischer Betreuer bei Visio Education in Haren.
Visio Education ist Teil von Royal Visio, einer nationalen Einrichtung, die sich auf Forschung, Rehabilitation, Bildung und Wohnen für Menschen – ob jung oder alt – mit Sehbehinderung konzentriert.
Wenn ein Kind mit einer Sehbehinderung die Regelschule besucht, laufen viele schulische Angelegenheiten wie gewohnt weiter. Manche Dinge laufen jedoch auch anders. Dies kann Fragen für den Lehrer, die Eltern, aber auch für das Kind oder den Jugendlichen selbst oder Mitschüler aufwerfen. Bei Visio haben wir spezialisierte Lehrer – sogenannte ambulante Bildungsberater (AOB’ers) – zu denen ich gehöre, die diese Fragen beantworten können und einen Schüler mit einer Sehbehinderung in allen etwas anderen Schulangelegenheiten begleiten. Gemeinsam mit meinen Kollegen unterstütze ich nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrer in der Schule. Wir tun dies in allen Bildungsformen, vom Kleinkind bis zum Schüler. Auch für Kinder und Jugendliche mit einer Sehbehinderung ist es schön, in ihrem eigenen Umfeld zur Schule zu gehen oder eine Ausbildung zu absolvieren. Dank der ambulanten Bildungsberatung ist dies seit vielen Jahren möglich und erfolgreich!
Ziel der ambulanten Bildungsberatung ist es, einem Kind oder Jugendlichen mit einer Sehbehinderung die bestmögliche Teilnahme am regulären (oder sonderpädagogischen) Bildungsbereich zu ermöglichen. Der Lehramtsstudent prüft gemeinsam mit dem Schüler, den Lehrkräften und oft auch in Absprache mit den Eltern, was nötig ist, um dies zu ermöglichen. Dabei kann es sich um spezielle Hilfsmittel wie einen Laptop mit Vergrößerungssoftware oder angepasstes Lehrmaterial in A3, digital oder in Blindenschrift handeln, aber auch um eine bessere Beleuchtung bei Schularbeiten oder um mehr Zeit für eine Prüfung. Die Bereitstellung von Beratungs- und Lehrkompetenzen ist maßgeschneidert und auf die spezifische Situation und die Bedürfnisse des Schülers oder Studenten ausgerichtet. Beispielsweise benötigt ein Kind oder Jugendlicher, der beispielsweise aufgrund einer autosomal-dominanten Optikusatrophie (ADOA) sehbehindert ist, andere Anpassungen als ein Kind mit einer anderen Sehstörung. Darüber hinaus ist jedes Kind einzigartig mit seinen ganz persönlichen Eigenschaften und Fähigkeiten.
„Es macht mir Spaß, mit meiner Lehrerin über die Schule zu reden und darüber, wie ich etwas am besten angehen kann. Beispielsweise ist das Zeichnen mit einem dicken Stift bequemer als mit einem Bleistift. Und ich habe jetzt meine Schulbücher gegen digitale Bücher auf einem Laptop eingetauscht. Mir gefällt auch, dass er den Lehrern erklärt, was ich habe und wie sie am besten damit umgehen können. Einfache Tipps wie größeres Schreiben an der Tafel oder das Teilen des Bildes des digitalen Whiteboards mit mir und zusätzliche Zeit während einer Prüfung machen den Unterricht für mich viel weniger ermüdend.“
Ziel der ambulanten Erziehungsberatung ist neben der Sicherstellung einer angemessenen Bildung des Kindes bzw. Jugendlichen auch die Entwicklung des Kindes bzw. Jugendlichen zu einem Menschen, der später trotz seiner Funktionsbehinderung voll an unserer Gesellschaft teilhaben kann. Ein wichtiger Aspekt dieses Prozesses ist die Förderung des Selbstmanagements des Kindes oder Jugendlichen. Der ambulante Erziehungsberater denkt auch über die weiteren Möglichkeiten des Schülers nach und informiert Schule und Eltern über rechtliche und finanzielle Regelungen.
Im Sekundarbereich nimmt die Beratung eine andere Form an als im Primarbereich und auch im berufsbildenden Sekundarbereich und im Hochschulbereich. Die Beratung orientiert sich an den Erfordernissen der Bildungssituation mit dem Ziel, dass sich der Jugendliche mit den richtigen Fähigkeiten und etwaigen Hilfsmitteln letztlich selbständig zurechtfinden kann. Der AOB-Mitarbeiter übernimmt nach und nach immer mehr die Rolle eines Coaches. Selbstverständlich liegt und verbleibt die Verantwortung für die Ausbildung des Schülers oder Studenten bei der jeweiligen Schule.
Bei Fragen, die außerhalb des Fachwissens des Lehrers liegen, wird er oder sie Lehrer und Eltern an andere Unterstützungsdienste innerhalb von Visio verweisen. Denken Sie beispielsweise an relevante Aktivitäten und Schulungen (augenärztliche Untersuchung, IKT-Schulung, (Auto-)Mobilität) von Visio Revalidatie & Advies. Kurz gesagt: Die VA ist Ansprechpartner für alles, was die Sehbehinderung des Schülers oder Schülers in der Schule betrifft.
Allgemeine Informationen zu Visio finden Sie auf unserer Website: www.visio.org
Für Informationen oder Registrierung wenden Sie sich bitte an unser Kundendienstbüro: 088 585 85 85
Wenn Sie neugierig sind, werfen Sie einen weiteren Blick auf die ambulante Bildungsberatung von Visio anhand des folgenden Videos: